🪞 Kapitel 5 – Reflexion & Selbstbild

Manchmal denkt man, das Herz sei sicher.
Dass Zeit heilt. Dass Stärke schützt. Dass Vernunft hilft.
Und dann stellt man fest: Das stimmt nicht.
Kein Jammern, kein Trotz. Nur Wahrheit, die erkannt wird.
So klingt ›Ich stelle fest‹.

Dann sind da die, die einfach nicht passen –
nicht in Gruppen, nicht in Schubladen, nicht in Erwartungen.
Sie tragen ihre Flecken sichtbar und genau das macht sie frei.
Ein Sonderling, der keinen Applaus braucht, um echt zu sein.
Das ist ›Der gefleckte Vogel Fabio‹.

Doch selbst die Freien spüren manchmal Frost in sich. Nicht draußen – drinnen.
Zwischen Lichterketten, die nichts wärmen. Und trotzdem brennt irgendwo ein kleines Licht, das durchhält.
Das ist ›Frost in mir (Suche nach Wärme)‹.

Reflexion heißt, die eigenen Schatten zu erkennen.
Selbstbild heißt, sie nicht mehr zu verstecken.
Und manchmal ist genau dort,
wo du am verletzlichsten bist,
die Spur zurück zu deiner Wärme.


🎼 Ich stelle fest 

Strophe 1

Ich fuhr durch unser altes Land
Die Straße leer, die Gitarre in der Hand
Vor dem Haus, wo wir einst war’n
Steht ’ne Mauer – kalt und karg

In deinem Fenster kein Licht zu seh’n
Ich bleib‘ kurz steh’n, muss weitergeh’n
Diese Stadt erinnert mich
Alles vergänglich, alles zerbricht

Refrain

Ich dacht’, ich wär‘ schneller als die Zeit
Sie holt mich ein
Zwischen Staub und alten Plänen
Lerne ich zu versteh’n
Die erste Träne fällt und dann
Stell’ ich fest, dass mein Herz brechen kann

Strophe 2

Ein Freund von damals, ewig her
Wir teilten Nächte, Whiskey und mehr
Er ruft mich an, seine Stimme schwach
„Ich hab’s verbockt, der Teufel lacht“

Er bittet mich um Rat, um Halt
Seine Welt ist schon zu kalt
Ich höre zu, schweige dann
Ich weiß, dass ich nichts ändern kann

Refrain

Ich dacht’, ich wär‘ stärker als das Leid
Es schleicht sich ein
Zwischen Liedern und Gesprächen
Fließen die Tränen
Wenn selbst Helden mal fall’n
Stell’ ich fest, dass mein Herz brechen kann

Strophe 3

Du sagtest mir: „Es liegt nicht an dir“
Ich bin dein und du gehörst zu mir
Die Kaffeetassen steh’n noch da
Dein letzter Blick so sonderbar

Ich sagte: „Liebling, komm wieder heim“
Du warst längst schon nicht mehr mein
Dein Abschied bleibt in meinem Raum
Er raubt mir meinen letzten Traum

Refrain

Ich dacht’, ich wär klüger als das Herz
Die Liebe blieb mir verwehrt
Zwischen Lügen und Versprechen
Wollte ich abbrechen
Hör’ ich deine Stimme, dein Gesang
Stell’ ich fest, dass mein Herz brechen kann


🎼 Der gefleckte Vogel

Strophe 1

Ein Vogel mit Flecken, nicht wie die andern
Er schwebt über Feldern allein mit dem Wind
Die Schwärme ringsum tuscheln und wandern
Er bleibt da, wo die Stille beginnt

Strophe 2

Man sieht ihn von Weitem, sein buntes Antlitz
Zu grell, zu ruhig, zu falsch für den Chor
Sie hacken im Kreis, er weicht kein’n Schritt
Ein Glanz, der bleibt, wie ein Lied im Ohr

Jodeln

Jo – Di – Jo Lehiii – iii 
Jode – Lide – Jode – Lehiii – iii – iii
Jo – di – Jo Lehiii – Jo Lehiii – i – i – i – Jo Lehiii

Strophe 3

Sie zählen die Fehler, tun es aus Neid 
Er fliegt zu hoch, nicht wie es ihnen gefällt
Der Vogel passt nur in sein Kleid 
Trägt Würde wie ein Schild durch diese Welt

Strophe 4

Wenn der Morgen sich hebt, zieht er weiter
Lautlos, allein und ohne Geheul
Kein Schwarm hält ihn auf, er bleibt heiter
Er fliegt aus Trotz und treuem Gefühl

Jodeln

Jo – Di – Jo Lehiii – iii 
Jode – Lide – Jode – Lehiii – iii – iii
Jo – di – Jo Lehiii – Jo Lehiii – hiii – i – i – Jo Lehiii

Outro

Wir werden ihn nie ganz verstehen
Manchmal braucht es nur einen Blick
Wer ihn einmal sah, bleibt oft stehen
Im Wissen, er fliegt nicht zurück


🎼 Der Frost in mir (Suche nach Wärme)

Strophe 1

Im Schatten tanzen Lichter, ich seh‘ sie kaum
Die Kälte in mir beschert kein’ schönen Traum 
Die Welt um mich erstrahlt in Rot und Gold
Mein Herz ist still, so leer, so kalt

Die Glocken läuten, der Schnee fällt sacht
Wo bleibt die Wärme, die Liebe der Nacht?  
Ich suche den Frieden in dieser Zeit
Finde nur Eis, kann mich nicht befrei’n 

Refrain 

Weihnacht’, schenk mir ein Gefühl
Einen Moment, der mich zart berührt
Denn der Frost in meinem Herzen hält mich fest
Lass mich spür’n, dass Liebe mich nicht verlässt
Lass mich spür’n, dass Liebe mich nicht verlässt

Strophe 2

Stimmen singen leise von Hoffnung und Glück
Meine Gedanken ziehen mich zurück
Ein Schatten der Vergangenheit lässt mich nicht los 
Ein Geist, der in meinem Zimmer tobt

Ich seh’ die Kinder lachen, bauen Männer aus Schnee
Immer im Dezember tut mein Herz so weh’
Verwandte und Geliebte treffen sich daheim
Ich höre das Gelächter und fang an zu wein’

Refrain 

Outro

Die Sterne flüstern: „Du bist nicht allein“
Vielleicht kann Liebe doch die Antwort sein
Ich atme tief, die Nacht wird klar
Ein neuer Tag, ein neues Jahr
Ein Neubeginn ist nah