🧊 Kapitel 6 – Abschied, Bleiben, Ankommen

Ab hier wird’s stiller. Nicht leer – nur klar. Die Stille danach.
So klingt ›Verlorener Freund (Klaus, komm heim)‹.
Nicht verloren, weil er je fort war –
sondern weil er nie wieder so da ist, wie er einmal war.
Er bleibt als Abdruck, als Stimme der Erinnerung, als Teil von dir.
Und am Ende ruft der Wolf nur leise: 🐭 „Klaus, komm heim.“

Bleiben heißt nicht stehen.
Bleiben heißt wissen, wo dein Herz atmet.
So klingt ›Ich bleib‹.

Am Ende öffnet sich der Kreis.
Kein Rennen, kein Drängen – nur ein Gehen, das sich selbst treu bleibt.
„Nicht am Ziel, aber bei mir.“ So klingt ›Im eigenen Tempo‹.

Abschied, Bleiben, Ankommen –
das ist kein Ende,
sondern das leise Beginnen
eines neuen Weges.


🎼 Verlorener Freund (Klaus, komm heim)

Strophe 1

Du warst mal da, hast mit mir gelacht
Barfuß im Gras, zusammen verbracht 
Du hast mich gehalten ohne ein Wort
Hast mich erinnert an meinen Ort

Strophe 2

Dann kam die Pflicht, der Takt und das Müssen
Ich ließ dich zurück mit all meinen Beschlüssen
Zu passen, zu leisten, im Schweigen verharrt
Und langsam vergaß ich, wie leicht du mal warst

Refrain

Verlorener Freund, wo bist du hin
Ich spür dich im Rascheln, wach bin ich blind
Verlorener Freund, komm wieder heim
Ich zahl auch den Preis, ich will bei dir sein

Klaus, komm heim

Strophe 3

Weißt du noch wie wir Blätter gewählt
Und uns Geschichten bei Regen erzählt?
Ich mag dich, selbst wenn du gar nichts tust
Nur da zu sein, das war genug 

Strophe 4

Jetzt steh ich hier mit leeren Händen
Karriere gemacht und mich verloren beim Wenden
Gelernt zu sprechen, meine Stimme entgleist
Hab viel verdient, du warst der Preis

Refrain

Verlorener Freund, wo bist du hin
Ich such dich in Liedern und find dich bestimmt
Verlorener Freund, komm wieder heim
Ich bau dir ein Leben, das sich traut, klein zu sein


🎼 Ich bleib

Refrain

Ich bleib –
Wenn die Lichter ausgehn
Und keiner mehr fragt
Wer ich bin

Ich bleib –
Wenn nichts mehr passiert
Nicht weil ich muss
Sondern weil ich spür
Das ist echt

Und ich bleib

Strophe 1

Ich war oft unterwegs
Nie wirklich weit
Hab gesucht, was mich hält
In Wunden geweint

Ich hab viel zu oft
Nur den Ausgang gesehn
Bis ich merkte
Man kann beim Bleiben besteh’n

Refrain

Strophe 2

Ich hab nicht viel gesagt
Meinen Platz nicht verlassen
Hab dich nicht gefragt
Ob du’s merkst, hab’s gelassen

Dein Blick ging ins Leere
Verschwunden, nicht da
Ich blieb in der Nähe
Manchmal reicht das

Refrain

Bridge

Ich zeig, was ich wünsche
Ich halt uns im Blick
Ich zähl keine Gründe –
Ich geh einfach nicht

Ich hoff, du tust’s auch
Du gehst keinen Schritt
Kannst du mich halten?
Aus dir, nicht aus Pflicht

Refrain


🎼 Im eigenen Tempo

Refrain

Ich geh nicht schnell
Ich geh nicht laut
Ich geh nicht vor
Ich halt nicht aus

Ich geh nur so
Wie es mir entspricht
Wenn du willst
Gehen wir ein Stück

Im eigenen Tempo

Strophe 1

Ich hab zu oft gedacht:
Ich muss mehr sein als ich bin
Hab mich verglichen
Statt loszugeh’n von innen

Irgendwann wurd’s still –
Nicht leer, nur klar:
Wenn ich mich find
Dann war ich schon da

Refrain

Strophe 2

Ich hab nicht aufgeschrieben
Was man hören will
Ich hab mich nicht entschuldigt
Bleibt mein Herz still

Ich hab Tränen genommen
Daraus ‘n Takt gemacht
Hab gewartet, bis mich einer sieht
Hab’s mir selbst beigebracht

Refrain

Bridge 

Vielleicht überholst du mich –
Vielleicht bleibst du steh’n
Ich werd nicht schneller
Nur damit wir uns wiederseh’n

Wenn du willst, dann dreh um –
Du findest mich hier
Nicht am Ziel
Aber bei mir

Letzter Refrain

(Pause) im eigenen Tempo