🌐 Kapitel 2 – Zeitgeist & Sehnsucht

Es ist leicht, ständig vernetzt zu sein – und doch niemanden zu erreichen.
Man scrollt durch Gesichter, aber sieht keine Augen.
Man hört Stimmen, aber niemand hört wirklich zu.
Man ist nicht allein – man ist nur zu oft nicht gemeint.
So klingt ›Ich bin online, ich bin allein‹.

Dann stampft Borg herein: mit Hufen, mit Fell, mit Klarheit.
Er grunzt das WLAN weg, schnaubt gegen die Filterblasen und bringt den Boden zurück unter die Füße.
Manchmal braucht Sehnsucht einen Wächter, der dich mit der Nase in den Grund drückt, damit du wieder weißt, wo echt ist.
So klingt ›Ohne Borg – mach ich dicht‹.

Und dann gibt es diese andere Sehnsucht – die nach Nähe, die du dir selbst verbietest.
Nicht aus Kälte, sondern weil du glaubst, du müsstest erst jemand werden, bevor du lieben darfst.
Aber Liebe wartet nicht auf Perfektion. Sie ist längst da, wenn du sie erkennst – und du merkst, dass du sie fast verloren hättest.
So fließt ›Ich will euch nicht verlier’n‹.

Zeitgeist heißt: immer erreichbar.
Sehnsucht heißt: wirklich gemeint sein.
Und manchmal treffen sie sich erst, wenn ein Lied die Brücke baut –
und eine Stimme ihr Rudel findet.


🎼 Ich bin online, ich bin allein

Strophe 1

Ich wache auf, erster Blick aufs Display
Tauche ein in die virtuelle Realität 
Stories fliegen, Gesichter sind perfekt
Keiner sieht, was wirklich hinter all dem steckt

Pre-Refrain  

Tippe Worte, als wär’n sie echt
Niemand hört, was mein Herz spricht
Tausend Freunde, keiner hier
Spiegelbild, sprich zu mir

Refrain  

Ich bin online, ich bin allein
Suche Nähe im Bildschirmschein
Wenn das Display dunkel bleibt
Fühle ich die Einsamkeit
(2x)

(Wie ein Wolf)
Wo-uh – Auuu! 

Strophe 2

Die Nacht vergeht, ich bleibe wach
Steige tief in den digitalen Schacht
Fall ins Netz, nichts fängt mich auf
Rufe laut, ist hier jemand, der mich aufbaut?

Pre-Refrain

Refrain

Bridge

Vielleicht ist es Zeit, die Sonne zu seh’n
Nicht nur vor Fenstern aus Pixeln zu steh’n
Vielleicht reicht ein Wort, ein kurzer Blick
Wir kehren zurück zum Glück
(2x)

Letzter Refrain

Ich bin online… muss es denn sein
Schalt es aus und gehe heim
Wenn der Bildschirm dunkel bleibt
Fühle ich den Wald, die mich befreit
(2x)

Auuu!


🎼 Ohne Borg mach ich dicht

Strophe 1

Alle schreien online, keiner hört zu
Scrollen wie Futter, nicht satt, nicht du
Ich stampf mit den Hufen, such festen Grund
Alles ist glänzend, nichts ist gesund
Gesund – gesund

Refrain

Grunz – ich will Klarheit, kein WLAN im Herz
Grunz – ich krieg nur Algorithmus-Scherz
Borg verliert den Boden, er stampft sich zurück
Im Lärm dieser Zeiten – grunzt es zum Glück
Ohne Borg – mach ich dicht! – Dicht! – Dicht!

Strophe 2

Sie sagen: „Sei schneller, zeig mehr, sei perfekt.“
Mein Fell ist verdreckt, mein Rücken ist echt
Ich brauch keinen Asphalt, nur Erde im Tritt
Wenn Boden mich trägt, dann geh ich mit
Mit – mit

Refrain

Bridge

Manchmal frag ich mich leise
Bin ich noch gemeint?
Hinter Pixeln und Zeichen –
Wer sieht, wer bleibt?
Nur Borg

Letzter Refrain

Grunz – ich will Klarheit, kein WLAN im Herz
Grunz – ich krieg nur Algorithmus-Scherz
Verlier ich den Grund, hör mich im Takt:
Ich stampf, bis die Erde mich trägt – nicht packt
Ohne Borg – bleibt es platt!


🎼 Ich will euch nicht verlier’n

Strophe 1

Ich komme von nicht viel 
Meine Zukunft hat mir nichts versprochen 
Also hab ich investiert
Mich isoliert und Kontakte gebrochen

Nächte gezählt, niemand war da 
Ich dacht, Erfolg macht Einsamkeit ertragbar
Hab mich geirrt in meinem Plan
Als ich merkte, dass ich allein stand

Pre-Refrain

Schmerz in der Brust, ich seh’ es ein
Das Leben ohne Freunde kann so einsam sein

Refrain

Nun bin ich hier, ließ alle zurück
Freundschaft ist mehr als ein Augenblick
Kein Weg ist zu weit, ich werd es probier’n 
Ich nehm’ mir die Zeit, will euch nicht verlier’n 

Es tut so weh‘
Ich versteh‘
Dass es geht
Unsre Freundschaft braucht kein Ade!

Strophe 2

Lustig, wie man rennt und fällt
Leb für den Traum, den die Welt für richtig hält
Hab geackert, mich selbst geformt
Glück war nie Teil von dem, was dann kommt

„Sei stark, sei wer, mach dein Ding allein“
Keiner sagt, was du erntest, ist Einsamkeit
Dacht‘, ich bau mir ‘ne Zukunft auf
Mit wem teil ich sie? – Bleibt die Frage drauf

Pre-Refrain

Gelernt zu rennen, gelernt zu besteh’n
Habe nicht gelernt, mit anderen zu geh’n

Refrain 

Bridge

Jetzt ist klar, was wirklich zählt
Ich geb‘ die Hand, die dem andern fehlt
Ein Freund zu sein, das ist mein Ziel
Es ist riskant, ich folg‘ mei’m Gefühl
(2x)

Refrain

Nun bin ich hier, ließ alle zurück
Freundschaft ist mehr als ein Augenblick –
Ich will euch nicht verlier’n

Es tut so weh‘
Ich versteh‘ 
Dass es geht
Unsre Freundschaft wird lang besteh’n!